Domorgeln
Einführung
1334-1928
Die Klais-Orgel im Westchor 1928
Die Kemper'sche Neuordnung 1965
Notwendigkeit einer zeitgem. Neukonzeption
Konstruktiver Ausblick
Dispositionen
Standorte
Gotthardkapelle
Einführung
Chorbuch von 1432 Quelle: Dommuseum Mainz/Popp

Der Mainzer Dom, neben Speyer und Worms der älteste unter den drei monumentalen romanischen"Kaiserdomen" am Rhein, diente in seiner Funktion von alters her unterschiedlichsten Bedürfnissen. In seiner über tausendjährigen Geschichte war und ist er noch immer Bischofs-, Stifts- und Pfarrkirche, aber auch Begräbniskirche und im Hochmittelalter sogar königliche bzw. kaiserliche Krönungskirche. Als geistliches Zentrum der einst größten und bedeutendsten Kirchenprovinz außerhalb Roms legt er beredtes Zeugnis von der ereignisreichen und zugleich wechselvollen Geschichte des einst überaus mächtigen Mainzer Erzbistums ab. Ein "sprechender" Teil jener Kulturgeschichte der Mainzer Kathedralkirche ist insbesondere auch die in dem mystischen mittelalterlichen Klangraum über sieben Jahrhunderte hindurch erklingende Orgelmusik.

Doch so alt diese Komponente der Kulturgeschichte des mittelrheinischen Doms samt seiner ehrwürdigen musikalischen Tradition auf der einen Seite ist, so alt ist bereits auch das beständige Bemühen um einen bzw. mehrere geeignete Orgelstandorte in der gewaltigen doppelchörigen Basilika. Als Erzbischof Willigis, Mainzer Kurfürst und seit 971 Erzkanzler des Heiligen Römischen Reichs, vor über tausend Jahren den Auftrag zum Bau des Doms erteilte, dachte man naturgemäß (noch) nicht an mögliche Standorte für ein großdimensioniertes Orgelwerk. Nun ist die Orgel seit Jahrhunderten längst als das ureigenste Kultinstrument der westlichen (lateinischen) Kirche legitimiert und akzeptiert – und infolgedessen aus dem lateinischen Ritus nicht mehr wegzudenken. Erst im 13. Jahrhundert hielt die Pfeifenorgel flächendeckend Einzug in größere Stadt- und Domkirchen. Der doppelchörigen Anlage des Mainzer Doms mit unterschiedlichen liturgischen Zentren im Westen und im Osten Rechnung tragend, wurden dort im Laufe der Jahrhunderte an verschiedenen Standorten kleinere "stationäre" Orgelwerke errichtet – so etwa auch im Ostchor (auf dem heute nicht mehr existierenden Ostlettner), an der Nordwand des Langhauses und auf der Nordchorette in der Westvierung. In der damit anschaulich zum Ausdruck gebrachten stetigen Suche nach einem adäquaten Orgelstandort wird zugleich deutlich, mit welchen erheblichen Schwierigkeiten und Problemen offenbar zu rechnen war und ist mit Blick auf eine angemessenen und effektive Beschallung des – inklusive der gotischen Außenkapellen – fünfschiffigen mittelalterlichen Monumentalbaus mitsamt der beiden mächtigen Kuppeln (mit einer lichten inneren Höhe von 44 bzw. 38 Metern), bei einer inneren Längenausdehnung von rund 110 Metern und einer Breite von etwa 55 Metern.

 

aus:

Beckmann, Daniel: "Aus alt mach neu". In: ORGAN_Journal für die Orgel. Mainz: Schott, 2012: Heft 2. S. 11.

 

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Leseprobe ORGAN 02/2012

PDF Leseprobe aus ORGAN 2/2012, (c) Schott Music, Mainz 2012


PDF Disposition der Mainzer Domorgelanlage

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© Daniel Beckmann 2012